KEIN LEBENSMITTELGESCHÄFT AUF NIEDERBERG

 

 

… ist die aktuelle Folge eines Beschlusses des Stadtentwicklungsausschusses.

 

 

Gegen den entschiedenen Widerstand der SPD-Fraktion wurde im Herbst letzten Jahres nämlich beschlossen, einen Lebensmittel-Vollsortimenter mit lediglich 800 – 900 qm Verkaufsfläche auf der ehemaligen Zechenfläche zuzulassen.

 

Hintergrund war die Feststellung im neuen Einzelhandelsgutachten der Stadt, ein Einzelhandelsgeschäft solle dort lediglich der Nahversorgung dienen und die Zahl der dort umliegenden Einwohner erlaube keinen großflächigen Einzelhandel.

 

Soweit das Papier, aber: Es sollte ein Vollsortimenter sein, kein Discounter – darin waren sich alle einig. Die Krux dabei war, dass es keinen Vollsortimenter wie Edeka, Rewe usw. gibt, der mittlerweile unter 1.500 qm sein Geschäft betreibt. Sowohl die Anzahl der Artikel als auch die Breite des gesamten Warenangebotes passen nach deren Firmenphilosophie halt nicht mehr auf 800 qm.

 

Immer wieder hat die SPD in den Beratungen darauf hingewiesen, dass in diesem Punkt das Gutachten, der politische Wunsch und die Realität weit auseinander liegen und nicht in Übereinstimmung zu bringen sind.

 

Hilfsweise wurde dann seitens der CDU vorgeschlagen, es könne ja auch ein Bio-Markt oder ein türkischer Laden sein.

 

Die Frage, wer denn in einen solchen Laden investieren wolle, denn es müsste ja erst ein Gebäude errichtet werden, blieb von den Mehrheitsfraktionen unter Führung der CDU unbeantwortet.

Aber auch hier stimmten Wunsch und Wirklichkeit nicht überein.

 

Denn so berichtete in der letzten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses nun die Wirtschaftsförderung der Stadt, alle bekannten Lebensmittelketten und einige Bioladenbetreiber sowie Betreiber türkischer Läden seien zwischenzeitlich angesprochen worden. Doch niemand möchte in dieser Größenordnung dort investieren oder sich ansiedeln.

Also kein Lebensmittelgeschäft auf Niederberg!

 

Der SPD bleibt in dieser Situation letztlich nur festzustellen, dass das vorauszusehen war. Und als sarkastischer Vorwurf: Mit ein wenig Nachdenken, mit etwas angelesenem Sachverstand oder auch nur mit gesundem Menschenverstand hätte man das gleich erkennen müssen!

 

Leidtragende bleiben nun die Bewohner der Wohnquartiere Niederberg, des Petershofes, der Alten und Neuen Kolonie.