NRZ Meldung vom 18.01.2018: „Neukirchen-Vluyner SPD-Ortsverein muss sich neu erfinden“

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Die Neukirchen-Vluyner Genossen brauchen zum 100-jährigen Jubiläum eine Erneuerung des Ortsvereins. Um die Finanzen ist es nicht gut bestellt.

Die Frage, ob die SPD zwecks Regierungsbildung in Berlin Koalitionsverhandlungen mit der CDU führen solle oder nicht, war selbstverständlich auch Thema am Dienstagabend auf der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Neukirchen-Vluyn. Allerdings haben die Neukirchen-Vluyner Genossen offenbar selbst genug Baustellen, an denen sie arbeiten müssen.

Kassierer Simon Aarse prognostizierte für das Jahr 2020 ein Defizit von 10 000 Euro in der Ortsvereinskasse und erinnerte daran, dass durch das verlorene Bundestagsmandat auch Personal wegfalle. Aarse erklärte: „Das alles bringt mich dazu, keine GroKo, sondern einen Neuanfang im Ortsverein zu favorisieren.“

Jochen Gottke erhob sich daraufhin und meinte, dass es ihn nach diesem Kassenbericht reize, mit der Aussprache zu beginnen; allerdings führte er seine Gründe nicht weiter aus. Siegmund Ehrmann erklärte, er höre aus den bisherigen Äußerungen Misstrauen und Unzufriedenheit mit der Parteistruktur heraus. „Das muss auf den Tisch, das geht so nicht weiter“, forderte Ehrmann und wurde mit verhaltenem Applaus belohnt.

Auch Ortsvereinsvorsitzende Elke Buttkereit stellte an diesem Abend fest, dass mit der Parteiorganisation einiges im Argen liege: „Ich stelle halt fest, vieles wird doppelt gemacht, und manches gar nicht.“ Die Landespolitiker, in persona die Landtagsabgeordneten Ibrahim Yetim und René Schneider, konnten dazu nicht gehört werden, denn sie waren am Dienstagabend durch Sitzungen ihrer eigenen Ortsvereine gebunden.

Im weiteren Verlauf der Versammlung entlasteten die 43 stimmberechtigten Mitglieder – bei fünf Enthaltungen – den Vorstand. Sie wählten anschließend auch einen neuen Schriftführer, denn Rainer Mantei schied aus, Tim Ratajczak rückte nach. Der neue Schriftführer wohnt seit knapp zwei Jahren in Neukirchen-Vluyn und sagt von sich: „Ich bin durch die Gewerkschaftsschule gegangen.“ Als Beweggrund für seine Kandidatur als Schriftführer gab er an: „Der Posten war frei.“ Dieser Mann hat jedenfalls Humor.

Da der Ortsverein in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen feiert, wird es über das Jahr verteilt Jubiläumsveranstaltungen geben. Rolf Heber gab einen Überblick; am 4. November wird ein Empfang stattfinden.

Quelle: NRZ